Über die T-House-Tour

Im Sommer bleiben die deutschsprachigen Theater fast zwei Monate lang geschlossen. Natürlich ist diese Pause verkraftbar, denn obwohl sich seit vielen Jahren Gegenteiliges ankündigt, ist der Glaube daran, dass am Ende des Sommers der institutionelle Spielbetrieb aufs Neue beginnt, fast ungebrochen. Was aber geschähe, wenn in Zukunft die subventionierten Kulturinstitutionen nach und nach von der Gesellschaftskarte verschwänden? Wenn es zum Bruch käme mit den (vor allem in Deutschland gepflegten) Traditionen staatlich geförderter Kunst-, Musik-, Literatur- und Theatererfindung, und die Länder und Kommunen das Feld (und ihre Häuser) ausschließlich kommerziell ausgerichteten Interessenten überließe? Reine Zukunftsmusik? Wohl kaum: Denn kein Tag vergeht, an dem nicht von der drohenden Schließung einer Kulturinstitution berichtet wird. Die Frage nach der Zukunft des institutionellen Kulturbetriebs ist nicht neu. Und doch wird kaum über Modelle eines zukünftigen, nicht-stationären Kulturangebots abseits von Festivalangeboten und Gastspielsystemen nachgedacht.

Mit seinem neuen Projekt T-HOUSE-TOUR unternimmt die Berliner Opernkompanie Novoflot einen Pilotversuch zu möglichen Formen und Strukturen eines Musiktheaters in Bewegung. Die T-HOUSE-TOUR ist keine Inszenierung im eigentlichen Sinne. Sie ist ein auf Improvisation basierendes work in progress zu musiktheatralen Präsentationsformen, die nicht auf die organisatorischen und räumlichen Bedingungen einer einzelnen Institution reagieren, sondern sich, je nachdem, wo sie in Erscheinung treten, verwandeln. In diesem Blog begleiten wir die T-HOUSE-TOUR mit Texten, Artikeln, Filmen und Statements.

Julia Spinola, DIE ZEIT: “Das Novoflot-Projekt ist so auf Angreifbarkeit hin ausgelegt, daß es keiner außergewöhnlichen intellektuellen Anstrengung bedürfte, um es kaputtzuargumentieren. Und natürlich ließen sich auch für diese Darbietung begriffliche Schubladen finden. Aber beides käme einem vor wie eine Immunisierung gegen die wundersame Suggestivität, die schon der erste Abend im Radialsystem entfaltete”

Nach Stationen im Radialsystem V (#1), vor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (#2), auf dem Dorfplatz von Alt-Marzahn (#3), in und vor der Akademie der Künste am Pariser Platz sowie auf der letzten verbliebenen Brachfläche in Berlin-Mitte (#4) und wiederum im Radialsystem V (#5), spitzt Novoflot die Präsentationsformate seines auf Ausdrucksformen der Improvisation basierenden Projektes im Mai 2016 noch einmal weiter zu: Für das Performing Arts Festival tauchen die Gastgeber und Gäste der T-HOUSE-TOUR nunmehr vollkommen unvermittelt auf, errichten ihre Opernhaus-Architektur, performen 60 Minuten und ziehen weiter. Das Ganze an Orten in direkter Nähe der Festival-Spielorte. Mit: Conny Bauer, Claudio Puntin, Varia Linnea Sjöström, Ichi Go, Yuka Yanagihara.

Regie Sven Holm | Musikalische Leitung Vicente Larrañaga | Dramaturgie Malte Ubenauf | Bühne

Gefördert durch: 

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Novoflot Opernproduktion, Wallstraße 32c , 10179 Berlin, 0176 – 32046593,  
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